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Die Peeteli-Kirche und das Sozialzentrum

Das Projekt "Elagu Elu" hat sich in gewisser Weise in ein schon bestehendes Projekt einer Kirche für Straßenkinder in Tallinn eingeklinkt. Die estnische evangelisch-lutherische Peeteli Kirche ist die kleinste lutheranische Kirche in Tallinn. Die Gemeinde wurde 1927 gegründet. Während der Zeit des sowjetischen Regimes, ab 1962, wurde die Kirche Kino benutzt. Der Chorraum wurde abgerissen und die Fenster wurden zugemauert. 1993 wurde das Kirchengebäude an die Gemeinde zurückgegeben und seit dem ersten Februar 1996 ist Avo Üprus Pfarrer der Peeteli Gemeinde. Er brachte die Vision der Kirche als soziale Kirche mit.

Seit dieser Zeit ist das Hauptanliegen der Gemeinde die Betreuung der Straßenkinder in Kopli, einem Stadtteil im Nordwesten Tallinns. Dort wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Arbeitersiedlungen gebaut, die heute nahezu verfallen sind und nach und nach abgerissen werden. Diese Häuser, die oft ohne Elektrizität, Wasser oder Kanalisation sind, werden von Familien und Rentnern (meist russischer Herkunft) bewohnt, die aus verschiedensten Gründen ihren Wohnraum verloren haben. Außerdem leben dort Gruppen von Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis 17 Jahren ohne familiäre Bindung.

Am Anfang half die Peeteli-Gemeinde durch Besuche, Lebensmittel- und Kleiderspenden. So fassten die Kinder nach und nach Vertrauen zu den Helfern. Um den Kindern jedoch eine wirkliche Perspektive geben zu können, musste ihnen ein Weg aus der hochkriminellen, gewalttätigen und lebensfeindlichen Umgebung ermöglicht werden. So wurde im Jahr 1997 die Dienstwohnung des Pfarrers mit Hilfe der Kinder renoviert und als Tageszentrum genutzt. Aus diesem wurde 1999 das Kinderheim mit 14 Betten. Einige Kinder, die heute noch dort leben, gehören zu den ersten, zu denen die Helfer damals Kontakt knüpften. Sie lernen nach und nach, sich an ein Leben innerhalb des Heimes zu gewöhnen. Dazu mussten sie zunächst die wichtigsten Regeln akzeptieren; vor allem: alle Kinder gehen zur Schule. Des Weiteren hatten einige von ihnen mit Drogenproblemen zu kämpfen.

Die Kinder müssen die eigene, innere Entscheidung treffen zu bleiben. So entwickeln sich die Kinder in einer geschützten Umgebung; sie lernen durch den Kontakt mit den Betreuern und durch die Schulbesuche nach und nach Estnisch. Der Bedarf an Betreuung war jedoch so groß, dass das Kinderheim allein nicht ausreichte. Aus diesem Grund wurde am 1. Januar 2000 das Peeteli Sozialzentrum als Nichtregierungsorganisierung gegründet um bessere und mehr Betreuungsmöglichkeiten schaffen zu können. Es bestand der Plan, ein Tageszentrum und ein Nightshelter zu schaffen. Schon im Oktober 1999 hatten Gemeindemitglieder gemeinsam mit den Kindern begonnen, den Keller der Kirche auszubauen und zu renovieren. Das Geld, dass den Beginn der Renovierungsarbeiten überhaupt erst ermöglichte, kam aus Deutschland (350.000 EEK, heute ca. 22.370 €, für damalige Verhältnisse eine sehr große Summe). Am 1. April 2001 wurden das neue Tageszentrum und der Nightshelter (12 Plätze) dann feierlich eröffnet. Im Tageszentrum werden den Kindern Beschäftigungsmöglichkeiten geboten, sie haben die Möglichkeit zu reden, bekommen Mahlzeiten, Essenspakete und Kleidung, können duschen und erhalten weiterführende Betreuung. Der Nightshelter dient als vorläufige Unterbringung für Kinder in akuten Notlagen. Meist bleiben auch diese, wie die Kinder im Heim, über lange Zeit, da es kaum Möglichkeiten gibt, sie in Familien etc. unterzubringen. Auch diese Kinder verpflichten sich zum regelmäßigen Schulbesuch. Die Peeteli-Gemeinde ist froh, inzwischen vielen Kindern und Jugendlichen einen Lebensraum bieten zu können. Trotzdem gibt es noch viele Kinder, für die der Platz nicht genügt; außerdem kommen die Jugendlichen irgendwann in das Alter, in dem sie selbstständig werden müssen und andere Wohn- und Betreuungsformen brauchen. Daher entschloss sich die Gemeinde, auf einem Gelände hinter der Kirche einen Neubau zu errichten, in dem 40 Kinderheimplätze, acht Jugendheimplätze (betreutes wohnen) sowie Lehrwerkstätten entstehen sollen. Dieses Bauvorhaben wurde aber leider durch umliegende Anwohner verhindert, da es ihnen schwerfällt, die Kinder in ihrer Umgebung zu akzeptieren. Zur Zeit wird nach einer Alternativlösung gesucht.

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